Wenn aus Kollegen Freunde werden

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Kim und Oli arbeiten bei SABIO im Consulting. Aber die beiden verbindet mehr. Viel mehr.

Mal so von Frau zu Mann: Was macht eine richtige Männerfreundschaft aus?

Kim: Ein bisschen schmunzeln muss ich, wenn du das so sagst, weil Oli und ich ja bekanntermaßen schwul sind. Insofern ist das zwischen uns auch nicht die ganz so klassische Männerfreundschaft. Ich erlebe unsere Freundschaft so: Es gibt einen sehr direkten Austausch und die notwendigen Dinge werden angesprochen. Außerdem gibt es keine Geheimnisse voreinander und keiner ist nachtragend dem anderen Gegenüber.

Oli: Ich glaube, ganz egal, welche sexuelle Orientierung man hat und wie dann eine Freundschaft zusammengesetzt ist: Das Wichtigste ist doch, dass man auf einer Wellenlänge ist. Und bei Kimmi und mir ist es so, dass wir einfach denselben speziellen Humor teilen und viele gemeinsame Interessen haben, zum Beispiel auf den Hamburger Dom zu gehen.

Eure Freundschaft ist entstanden, weil ihr euch als Kollegen bei SABIO kennen gelernt habt. Wie kam es, dass aus Kollegen Freunde wurden?

Oli: Als ich neu bei SABIO angefangen bin, war Kimmi mein Pate und hat mich von Anfang an unterstützt. Da wir beide im Consulting arbeiten, sind wir auch viel miteinander gereist und saßen oft noch Abends im Hotel zusammen. Und dann haben wir beide nach ein paar Wochen gemerkt, dass wir uns so gut verstehen, dass wir einfach mehr sind als “nur” Kollegen. Und das hat sich weiter intensiviert, sodass wir uns auch am Wochenende getroffen haben und so sind wir Freunde geworden.

Kim: Ich finde, man kann heute gar nicht mehr klar zwischen Job und Privat beziehungsweise zwischen Kollegen und Freunden unterscheiden. Heute geht Job und Privatleben ganz viel ineinander über. Kollegen sind schon fast wie die Familie. Da gibt es Brüder, die du gern magst und es gibt Brüder, die voll nervig sind. Aber das ist doch immer so und irgendwie auch total normal.

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Wie kriegt ihr das in eurem Arbeitsalltag unter einen Hut, Freunde und Kollegen zu sein?

Kim: Es gibt eine Regel bei uns: Wenn wir gemeinsam Mittag essen, versuchen wir, nicht über die Firma zu reden und dasselbe gilt für gemeinsame Abendessen. Da machen wir einen klaren Cut – versuchen es zumindest, wobei das natürlich auch nicht immer klappt.

Oli: Auf jeden Fall gilt, dass wir uns in schwierigen Angelegenheiten nicht gegenseitig hochschaukeln. Wir sprechen an, was uns belastet und worüber man kollegial sprechen kann. Aber spätestens wenn wir dann mit einem leckeren Guinness anstoßen, ist wirklich Feierabend. Das symbolische Anstoßen im Irish Pub war da schon oft ein gutes Mittel, um den Feierabend einzuleiten und die Arbeit mal komplett hinter uns zu lassen.

Gibt es das auch umgekehrt? Also gibt es Situationen, in denen die Freundschaft keinen Platz im Job hat?

Kim: An manchen Stellen muss man Freundschaft auch schon ausblenden können. Manchmal ist man beruflich schlichtweg anderer Meinung – besonders, wenn man in einem Team arbeitet. Da muss man die  Freundschaft ausblenden und so muss man dann auch darüber stehen.

Oli: Wir haben uns im Job auch schon mal echt tierisch gestritten und die Fetzen sind geflogen, aber privat waren wir dennoch fein miteinander.

Wie schafft ihr das? Ich habe das Gefühl, dass das leichter gesagt als getan ist.

Kim: Man muss über die Dinge sprechen. Man muss frühzeitig Dinge sagen (dürfen), die einen beschäftigen. Nicht jeder kann damit umgehen, aber wenn mich was beschäftigt oder stört, dann spreche ich das klar und direkt an. Und das erwarte ich auch von meinem Gegenüber – egal ob im Job oder in einer Freundschaft. Ich finde, wenn man im Job nicht offen sprechen kann – und für mein Gefühl machen das noch viel zu wenig Leute – dann kann dies eine echte Barriere sein.

Ihr arbeitet ja nun auch in einem Team zusammen. Inwieweit ist da Konkurrenz ein Thema?

Kim: Für mich ist das gar kein Thema. Und zwar einfach aus dem Grund, dass SABIO kein Ort für eine große und klassische Karriere ist und wir alle klar unsere gemeinsamen Ziele kennen.

Oli: SABIO ist für mich ein Ort, an dem man in sich hinein gekehrt Karriere machen kann. SABIO gibt mir immer die Möglichkeit, an mir zu arbeiten, um mich persönlich weiterzuentwickeln. Das ist nach außen hin für andere nicht sichtbar und nur ich nehme das als meinen ganz persönlichen Erfolg war. Insofern stimme ich Kimmi zu, dass es hier auch für mich generell keinen Platz für Konkurrenzsituationen gibt.

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Wie gehen eure Kollegen mit eurer Freundschaft um. Ist das alles easy oder gibt es da manchmal auch Angst vor Koalitionen?

Oli: Mag sein, dass da Neid hochkommt oder sich andere auch so eine Freundschaft für sich wünschen. Man kann so eine Freundschaft aber einfach nicht erzwingen und sich auch nicht gezielt taktisch erarbeiten. Es ist einfach keine Selbstverständlichkeit und das ergibt sich dann einfach oder nicht. Ich will mit jedem Kollegen gut auskommen und tue das auch, aber vom freundlichen Kollegen bis zu einer Freundschaft, das klappt einfach nicht mit jedem - und das muss es auch nicht.

Was sind konkrete Vorteile für euern Job, die sich daraus ergeben, dass ihr Freunde seid?

Oli: Kimmi kennt mich extrem gut und ist selber ein Mensch, der total geerdet ist. Er ist mit sich absolut im Reinen, steht zu seinen Schwächen und wandelt sie in seine Stärken um. Über Kimmi habe ich sozusagen gelernt, mich nicht zu verstellen. Da gibt er mir als Freund im Job unglaubliche Sicherheit. Ich kann Kimmi blind vertrauen und mich an ihm orientieren. Und ich sehe jeden Tag, dass es funktioniert, wenn man “einfach” man selbst ist. Man darf und sollte auch im Job ehrlich sein. Ich habe mir bei Kimmi abgeguckt, meine Ehrlichkeit nach außen zu tragen und das spüren Kollegen als auch Kunden nachweislich. Sich nicht zu verstellen heißt auch, authentisch zu sein und das macht es so viel mehr entspannter für alle.

Kim: Es gibt bei SABIO keinen anderen Kollegen, der mich so gut kennt wie Oli. Er weiß genau, welche Laune ich gerade habe und wann man mich besser mal in Ruhe lassen sollte. Das ist für mich eine riesige Erleichterung. Ich genieße es, dass er mich so gut kennt.

Sagt eure Freundschaft etwas über die generelle Kultur bei SABIO aus?

Kim: Man hat hier sehr viele Freiheiten und es wird gefördert, dass man sich auch privat miteinander beschäftigt. Ich empfinde es schon so, dass bei SABIO alle in einem Boot sitzen und alle eine Leidenschaft für das gemeinsame “Baby” - die Software haben. Und SABIO schafft es extrem gut, dass die Menschen hier offen und ehrlich miteinander umgehen. Wer eine große Karriere machen will, ist hier sicher falsch am Platz. Wer das will, der hat ganz besondere Vorstellungen und gewisse Ziele die SABIO nicht im Fokus hat. Die Leute, die ein klares Karriereziel haben, passen hier definitiv nicht rein.

Habt ihr irgendwas lernen müssen, um gute Frollegen zu sein.

Oli: Nein, wir nicht. Aber unsere Kollegen haben vielleicht gelernt zu realisieren, dass wir wirklich nur Freunde sind und nichts miteinander haben. Aber wahrscheinlich haben wir uns selber zu oft drüber lustig gemacht, dass das jetzt niemand mehr ernst nehmen würde. Heute bin ich froh, dass sich alles so schön entwickelt hat. Danke Kimmi!